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All in: 33 Kilometer bei Nacht

Posted in Röntgenlauf-Marathon by Philipp on 23/09/2009

Es ist schon fast zum Lachen: Da trabe ich gestern so ganz locker Richtung Luitpoldpark, um mal zu sehen, wie das mit dem Laufen wieder so klappt, und merke, dass das Bein nicht recht Ruhe geben will. Es zwackt und zieht und ich werde immer unzufriedener. Es muss etwas mit der Stabilität des Gelenks zu tun haben, denke ich mir, und ziehe mein Shirt aus, binde es mir unterhalb des rechten Knies recht straff um das Bein und laufe ein paar Mal den kleinen Hügel hinauf und wieder herunter, ohne zu wissen, was ich da eigentlich tue. Insgesamt also eine rechte konfuse Aktion, die irgendwie keinen Sinn ergab.

Spontan 33 Kilometer gelaufen

Aus der Laune dieses halbfertigen Abends heraus packte mich aber auf einmal wieder so eine Art semiwahnsinniger Ehrgeiz, so dass ich beschloss, einfach aus der Stadt heraus, in das schiere Nichts der Nacht davon zu laufen. Gedacht, getan. Das Ergebnis: Ich bin so lange gelaufen, wie noch nie zuvor, 33 Kilometer am Stück, in knapp 3 Stunden und 20 Minuten, mit einem verdammten Laufshirt um mein Bein gebunden. Warum ich das gemacht habe? Weil ich sehen wollte, ob ich wirklich über meine Grenzen hinausgehen kann. Weil ich sehen wollte, ob man den Schmerz mit der Willensstärke des eigenen Geistes besiegen kann. Weil ich sehen wollte, ob mein ganzer Plan noch eine Aussicht auf Erfolg hat. Um zu merken, wie man den Schmerz irgendwann nicht mehr wahrnimmt. Um mitten in der Nacht unter den Sternen auf einem von Bodennebel überzogenen Feld alles um mich herum zu vergessen. Weil ich es wollte. Weil ich es kann.

Nächtlicher Auszug

Dieses Einfach-in-die-Nacht-Rennen erschien mir plötzlich wahnsinnig reizvoll, dieser Auszug aus der Stadt, alles künstliche Licht hinter sich lassend, bis man nur noch unter den Sternen läuft. Ich lief einfach nur in eine Richtung, bis meine Stopuhr 01 h 50 min anzeigte. Diese Marke war für die Rückkehr gesetzt. Und so musste ich nunmal die ganze Strecke zurücklaufen, wenn ich nicht im Wald schlafen wollte. Psychologisch natürlich eiskalt kalkuliert, die Sache. Auf meinem Weg verzehrte ich lediglich eine Banane und bekam an einer Tankstelle Leitungswasser. Am Ende lief ich nur noch nach dem Motto: Immer ein Fuß nach dem anderen. Und irgendwann war ich dann zurück. Wieder so ein Moment, in dem man nicht glauben kann, was eigentlich unmittelbar davor geschehen ist. Mein Gang zur U-Bahn heute morgen war dann recht kläglich anzusehen, aber heute Abend geht es schon wieder besser. Und ein Tip noch: Nach einem solchen Lauf nie direkt stark zuckerhaltige Getränke zu sich nehmen, der Körper dankt es mit spastischen Muskelkrämpfen.

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Von der Rückkehr auf die Straße

Posted in Röntgenlauf-Marathon by Philipp on 23/08/2009

Nachdem die letzte Woche sehr hektisch und schlaflos vergangen ist, dafür aber auch sehr schön war, bin ich heute endlich wieder zum Laufen gekommen. Und wie es der Teufel will, habe ich mir einfach mal 26 Kilometer vorgenommen, so als hätte es gar keine Pause gegeben. Das Resultat: Ich habe 2 Stunden und 15 Minuten gebraucht, und mein rechtes Bein fühlte sich danach auf eine seltsame Art und Weise schwach an, die ich an mir bis dato noch nicht kannte. Das ist mir zugegeben ein Rätsel. Zumal das Hardcore-Ausdauer-Bergsteigen am letzten Wochenende überhaupt keine Spuren hinterlassen hat, im Gegenteil – die Schmerzen an der Schienbeinkante sind dadurch sogar verschwunden.

Laufen besser ohne Einlagen?

Meine Theorie dazu: Die lang anhaltende Fersenreizung dieses Jahr hat insgesamt die Stabilität meines rechten Beines geschwächt. Dazu kommt, dass ich seit Trainingsbeginn mit dieser Einlage mit 5-Mark-Stück-großer Entlastungsfläche laufe. Das war bisher auch richtig so. Die Fersenschmerzen sind schließlich weg. Es könnte aber sein, dass das Bein jetzt wieder eine stärkere Gegenbelastung braucht, damit es wieder mehr Stabilität aufbauen kann. Deshalb werde ich das nächste Mal ohne die weichen Einlegesohlen laufen. Heute musste ich teilweise einfach die Zähne aufeinander beißen und kleine Kämpfe mit dem Schmerz ausfechten, getreu jenes Spruchs der US-Marines: Pain is just weakness leaving the body. Ein bisschen vor sich her Fluchen bewirkt gelegentlich auch Wunder.

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Eine erstaunliche Zeit zum Sonntag

Posted in Röntgenlauf-Marathon by Philipp on 09/08/2009

Es ist wieder Sonntag, in München war das Wetter wirklich sehr annehmbar. Auf dem Programm standen stolze 27 Kilometer – von Schwabing, durch den Englischen Garten, an den Isarauen entlang bis nach Unterföhring und schließlich den gleichen Weg wieder zurück. Es hat sich gezeigt, dass sich das dauerhafte Training bemerkbar macht. Meine Zeit für die 27 Kilometer lag erstaunlicher Weise bei nur 2 Stunden und 13 Minuten – also fast ebenso schnell wie vor einer Woche für etwa 24 Kilometer. Und dieses Mal bin ich wirklich einer strikt bei Google Maps vorgemessenen Strecke gefolgt. Das lässt die Zielzeit von unter 4 Stunden in greifbare Nähe rücken und stimmt mich zum Wochenausklang recht vergnügt.

Es geht auf die 30 zu

Nur die arme Pulsuhr habe ich diese Woche kläglich vernachlässigt. Sie fristet ein recht gelangweiltes Dasein auf meinem Schreibtisch. Nach dem heutigen Lauf gab es in jedem Fall erst einmal eine große Thunfisch-Pizza und zwei Teilchen vom Bäcker, um die gefühlten 3000 Kalorien wieder aufzunehmen. Insgesamt habe ich mich nach dem Lauf zwar nicht gänzlich abgeschlagen gefühlt, war aber doch recht froh, wieder zu Hause zu sein. Nächste Woche sind dann wohl mal die 30 Kilometer fällig.

Zwischen Olmypiapark und Englischem Garten

Posted in Röntgenlauf-Marathon by Philipp on 03/08/2009

Ich befinde mich seit gestern in München. Hier warten eine neue Arbeit, neue Menschen, ein komplett neues Umfeld und eben auch neue Laufstrecken auf mich. Da mein Internet natürlich nicht funktioniert (es wäre auf Anhieb ja auch zu schön gewesen), muss ich aus dem Internet-Café berichten. Deshalb nur kurz: Dem schäbigen Wetter zum Trotz habe ich gestern meinen Dauerlauf durchgezogen. Hiermit kann ich bestätigen, dass der Englische Garten in der Tat so groß ist, dass man sich in ihm verlaufen kann. Die genaue Strecke liegt also im Dunkeln. Am Ende waren es in jedem Fall 2 Stunden und 11 Minuten, die ich auf den Beinen war – das dürften so 24 Kilometer gewesen sein. Ich kreuzte viele Straßenzüge, lief entlang des Isarufers, und sah recht seltsame Menschen vor dem einfallslos dreinschauenden P1. Nass wurde ich natürlich auch. Was okay war, denn als Auftakt in München ging der Lauf mehr als klar.